Frankreichs Wirtschaftswachstum ist zu langsam

Bisher hatten die Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt

Die französische Wirtschaft wächst zu langsam, um die momentanen Arbeitslosenzahlen zu verringern. Der französische Präsident, François Hollande, verkündete dies heute in einem Radiointerview. Das Interview wurde vom französischen Sender „France Inter“ ausgestrahlt.

Hollande glaubt, dass das Bruttoinlandsprodukt um mindestens 1 Prozent steigen muss, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Er fügte im Interview noch hinzu, dass er jedes Risiko eingehen wird, um dies zu realisieren.

Jüngste Statistiken haben gezeigt, dass das französische Wirtschaftswachstum noch immer geringer ist, als es sich Hollandewünscht. Im Jahr 2014 wuchs die französische Wirtschaft nur um 0,3 Prozentpunkte, während die Arbeitslosigkeit relativ hoch war: 10,4 Prozent der Bevölkerung im dritten Quartal, mit einer Rekordzahl von 3,488,300 Arbeitslosen im November. Mit der aktuellen Geburtenrateist die Zahl junger Leute, die auf den Arbeitsmarkt drängen, größer als die Anzahl derjenigen, die in Pension gehen, sagt Hollande. Solange das BIP nicht um 1 Prozent wächst, wird dies auch so bleiben.

Die französische Wirtschaft erlebte letztes Jahr einen kleinen Aufschwung wegen der niedrigen Ölpreise, des niedrigen Euro-Wechselkurses, und der billigen Kreditzinsen. Es müssen jedoch noch weitere Reformen stattfinden, damit sich der Arbeitsmarkt wieder erholt. Hollande hat einen Reformplan erarbeitet, der Änderungen bei der Berufsausbildung vorsieht und einige Anpassungen der Arbeitnehmerrechte bezüglich Einstellung und Entlassung beinhaltet. Außerdem sollen in diesem Monat Maßnahmen diskutiert werden, die den Wettbewerb in bisher geschützten Berufssektoren freier gestalten sollen. Die Durchführbarkeit dieser Maßnahmen ist jedoch noch nicht sicher, weil mit einer starken Opposition von Seiten der Grünen zu rechnen ist.

Eine weitere Hürde ist das französische Budgetdefizit. Keine der Versprechungen, das Defizit unter den europäischen Grenzwert zu bringen, ist bis jetzt erfüllt worden. Hollande hat jetzt der europäischen Kommission versprochen, das Defizit bis 2017 unter 3 Prozent des BIPs zu senken.

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