Medienbeiträge

MedienbeiträgeMontag 30. Januar 2012

France 24: Klinz unterstreicht die Wichtigkeit der Deutsch-Französischen Beziehungen

Dem Tandem Paris-Berlin ist während der Eurokrise eine besondere Aufmerksamkeit zuteil geworden. Deshalb diskutiert Dr. Wolf Klinz in einer TV-Debatte des Fernsehsenders "France 24" mit dem französischen Europaabgeordneten Jean-Marie Cavada (Europäische Volkspartei) sowie dem Chefredakteur des Magazins "ParisBerlin - Magazine pour l'Europe/Magazin für Europa", Henri de Bresson die Deutsch-Französischen Beziehungen sowie die Führungsrolle, welche in der Bewältigung der gegenwärtigen Probleme von den Regierungen Merkel und Sarkozy erwartet wird. Das Interview (auf Französisch) finden Sie hier: http://www.france24.com/fr/20120128-fr-ici-leurope-union-europ%C3%A9enne-france-allemagne-merkel-sarkozy-sondages-partie1

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MedienbeiträgeMittwoch 25. Januar 2012

Klinz im Handelsblatt zu Ratingagenturen: "Vorschlag ist gut gemeint, geht aber in die falsche Richtung"

Die EU-Kommission stößt mit ihrem jüngsten Vorstoßzur Regulierung der Ratingagenturen auf breiten Widerstand. Nicht nur die Bonitätsprüfer selbst, sondern auch Banken und die EU-Börsenaufsicht Esma haben Probleme mit dem Verordnungsentwurf von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Europaparlamentarier äußerten bei einer Anhörung gestern in der EU-Volksvertretung ebenfalls massive Kritik. Barnier will die Emittenten von Wertpapieren dazu zwingen, die Ratingagenturen alle drei Jahre zu wechseln. Wenn Bonitätsprüfer mehr als zehn Schuldtitel eines Emittenten bewerten, sollen sie diesen Kunden sogar schon nach einem Jahr abgeben. Erst nach einer "Abkühlungsphase" von vier Jahren darf der Bonitätsprüfer dann wieder für den jeweiligen Emittenten tätig werden. Die EU-Kommission erhofft sich davon mehr Wettbewerb auf dem von den beiden Branchenriesen Standard & Poors und Moody's beherrschten Markt. Die EU-Börsenaufsicht Esma hat dafür zwar Verständnis. Die Zwangsrotation berge kurzfristig aber Risiken, da es nur wenige große Bonitätsprüfer gebe, warnte Esma-Direktorin Verena Ross. Möglicherweise müssten Emittenten auf kleinere Agenturen ausweichen, die für das Rating weltweit gehandelter Papiere nicht genügend Kompetenz hätten. Die Rotation könne zudem unerwünschte Schwankungen bei den Ratings verursachen. Damit werde die Volatilität des Marktes womöglich verstärkt, sagte Sonia van Dorp von der französischen Großbank Société Générale. Das Rotationsprinzip könne große Geldhäuser in Refinanzierungsschwierigkeiten bringen, warnte sie. Denn für sie werde es schwieriger, sich die erforderlichen drei Ratings je Papier zu beschaffen. "Für die Banken ist das Rotationsprinzip zum jetzigen Zeitpunkt nicht umzusetzen", sagte van Dorp. Barnier will den Bonitätsprüfern außerdem vorschreiben, ihre Bewertungsmethodik von der Esma genehmigen zu lassen. Die Behörde selbst hält von dieser Idee allerdings nichts. Behördliche Eingriffe in die Bewertungsmethoden der Agenturen könnten deren Unabhängigkeit gefährden, gab die Esma zu bedenken. Sie wehrt sich auch dagegen, künftig über die Wettbewerbssituation auf dem Markt für Ratings zu berichten. "Das ist Aufgabe der Kartellbehörden", sagte Esma-Direktorin Ross. Auch bei den Europaparlamentariern hält sich die Begeisterung für Barniers Entwurf in Grenzen. "Der Vorschlag der Kommission ist gut gemeint, geht aber in die falsche Richtung", sagte der FDP Europaabgeordnete Wolf Klinz. Die Rotation wirke kontraproduktiv; sie festige das Duopol von S&P und Moody's eher statt für mehr Wettbewerb zu sorgen. Der konservative Abgeordnete Jean-Paul Gauzès warnte davor, die Esma zu überfordern. "Die Esma ist nicht für die Qualität der Ratingagenturen verantwortlich", sagte der Franzose. Die Meinung der Parlamentarier hat Gewicht: Das Europaparlament muss Barniers Verordnung als Co-Gesetzgeber der EU zustimmen. "Bonitätsprüfer finden Verbündete" im Handelsblatt vom 25. Januar 2012 von Ruth Berschens

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MedienbeiträgeMontag 23. Januar 2012

Klinz: Weitere Mitarbeit des IWF an Schuldenproblematik unnötig

In einem Radiointerview mit dem Deutschlandradio Kultur am 23. Januar lehnt Dr. Wolf Klinz eine weitere Beteiligung des Internationalen Währungs-Fonds (IWF) an der Europäischen Staatsschuldenkrise ab, da "die Eurozone mit 330 Millionen Menschen so groß wie die USA sei und seine Probleme ohne den IWF lösen können müsse." Das komplette Interview können Sie hier hören: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1658566/

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MedienbeiträgeDonnerstag 19. Januar 2012

Klinz im Deutschlandfunk: Strategien zur Bewältigung der Schuldenkrise

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Euros diskutiert Dr. Wolf Klinz im Deutschlandfunk zusammen mit Prof. Dr. Horst Löchel, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Frankfurt School of Finance & Management, dem Europaabgeordneten Sven Giegold, Bündnis 90/Die Grünen, sowie Werner Rügemer, Publizist und Sachbuchautor, diverse Strategien zur Bewältigung der Schuldenkrise. Die gesamte Diskussion können Sie hier hören: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/01/18/dlf_20120118_1915_86e79e67.mp3

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MedienbeiträgeMontag 16. Januar 2012

France 24: Klinz spricht sich für Finanztransaktionssteuer in EU27 aus

In einer TV-Debatte des französischen Senders "France 24" diskutiert Dr. Wolf Klinz mit dem Britischen Europaabgeordneten Richard Ashworth (Europäische Konservative und Reformisten) die Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen. Die komplette Debatte können Sie hier finden: http://www.france24.com/en/20120114-en-talking-europe-euro-european-union-eurozone-financial-crisis

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MedienbeiträgeFreitag 13. Januar 2012

FTD: Klinz nimmt Stellung zu Etablierung einer EU-Ratingagentur

In einem Artikel der Financial Times Deutschland vom 13. Januar werden die Schwierigkeiten diskutiert, welche bei der Etablierung einer neuen Ratingagentur vorherrschen. Als Schattenberichterstatter zu der aktuellen Gesetzesreform gibt Wolf Klinz zu Bedenken, dass im Europäischen Parlament es derzeitig keine Mehrheit für die Forderung eine öffentliche Ratingagentur samt Anschubfinanzierung mit staatlichen Geldern zu etablieren. Hoffen auf Barrierefreiheit Warum es so schwer ist, eine Ratingagentur zu etablieren - und weshalb die Chancen diesmal dennoch besser stehen als noch vor zehn oder 20 Jahren Von Heinz-Roger Dohms, Frankfurt, und Mark Schrörs, Kopenhagen: Frankfurt am Main, März 1991: Der Beirat der Projektgesellschaft Rating konstituiert sich. Alle wichtigen Adressen der deutschen Finanzszene sind vertreten, es spricht Rolf Breuer, der spätere Chef der Deutschen Bank. "Ich kann mich noch gut daran erinnern", erzählt Oliver Everling, damals Leiter der Projektgesellschaft. "Breuer hat geredet, alle haben geklatscht. Aber dann hat irgendwer gefragt, warum die Bankenindustrie überhaupt ein Interesse an so einer Agentur haben sollte. Und eigentlich haben wir darauf nie eine Antwort gefunden." 1993 stellt die Projektgesellschaft Rating ihre Arbeit wieder ein. Warum fällt es so schwer, eine Ratingagentur zu etablieren? Zunächst einmal: Die Markteintrittsbarrieren sind hoch. Die Ratingbranche ist kein typisches Start-up-Business, in der ein neuer Wettbewerber mit einer frischen Idee mal eben den Markt aufmischt. "Man braucht erst einmal eine kritische Masse an Analysten, mit denen man eine kritische Masse an Research erzeugt. Und dann braucht man Jahre, um Emittenten und Investoren von seiner Arbeit zu überzeugen und Aufträge zu generieren", sagt Günther Stur. Er gründete 2000 mit indirekter Bundeshilfe die Agentur Euroratings AG, die allerdings auch nur zwei Jahre durchhielt. Momentan unternimmt er unter dem Projektnamen InvestoRatinx einen neuen Anlauf. Standard & Poor's (S&P), Moody's oder Fitch teilen rund 95 Prozent des globalen Ratingmarkts unter sich auf. Die Manager der drei Agenturen behaupten gern, dass ihre Oligopolstellung auf Fachwissen, Datenmassen und dem Vertrauen am Markt beruht. Das ist teils richtig. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass Übernahmen und Aufsichtsregeln jahrzehntelang dazu beitrugen, die Marktmacht zu zementieren. Schließlich: Unternehmen, Investoren und Agenturen scheinen sich im etablierten System bequem eingerichtet zu haben. Die meisten Emittenten sind mit ihren Ratings zufrieden. Und solange die Investoren die Ratings nicht infrage stellen - warum sollte ein Emittent dann etwas ändern? Nach Ansicht von Experte Everling gehen in Sachen Ratingagenturen auch bei den Banken die Interessen auseinander. "Was haben die Geldinstitute davon, wenn Bonitätswissen sozialisiert wird?", fragt er. Die Finanzplatz-Initiative Frankfurt, zu deren Mitgliedern fast alle größeren deutschen Banken gehören, hat sich letzten Sommer verbal hinter das Ratingprojekt von Roland Berger gestellt. Bislang sind daraus aber keine konkreten Finanzierungszusagen erwachsen. Unterstützung kommt stattdessen aus Brüssel: Der jüngste Gesetzesinitiative der EU-Kommission zu Ratingagenturen liest sich zumindest teilweise, als wäre sie auf das Berger-Konzept zugeschnitten. Zum Beispiel moniert der zuständige Kommissar Michel Barnier Interessenkonflikte aufgrund des von den "Großen Drei" seit Jahrzehnten angewendeten Systems, dass die Emittenten für die eigenen Ratings zahlen. Auflösen will er diesen Konflikt durch ein Rotationsmodell: Die Emittenten von Wertpapieren müssten alle paar Jahre eine neue Agentur beauftragen, damit Anreize für Gefälligkeitsnoten verringert werden. Damit wäre das Oligopol der "Großen Drei" automatisch gefährdet. "Was Barnier da vorhat, stammt zu 50 Prozent aus der Feder von Roland Berger", ätzt einer aus der Branche. Dem Europäischen Parlament gehen die Vorschläge Barniers noch nicht weit genug. Viele Abgeordnete sind frustriert, dass der Binnenkommissar keine expliziten Vorschläge zum Aufbau einer EU-Agentur gemacht hat. Ursprünglich hatte das Parlament genau dies gefordert. Einige Parlamentarier, vor allem aus den linken Parteien, sprechen sich zudem für eine öffentliche Ratingagentur aus oder favorisieren zumindest eine Anschubfinanzierung mit staatlichen Geldern. Bislang habe diese Position im Europäischen Parlament allerdings keine Mehrheit, sagt der FDP-EU-Abgeordnete Wolf Klinz. Er ist der sogenannte Schattenberichterstatter seiner Fraktion zur aktuellen EU-Gesetzesreform. Und doch: Auch wenn aus Brüssel nur regulatorische Hilfe kommt und keine finanzielle - die Eintrittsbarrieren sind nicht mehr so hoch wie vor zehn oder 20 Jahren. Berger-Mann Markus Krall sagt sogar: "Sie waren noch nie so niedrig wie heute."

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MedienbeiträgeFreitag 06. Januar 2012

10 Jahre Euro: Klinz äußert sich in TV-Debatte

Zum 10-jährigen Bestehen des Euros diskutiert der Europaabgeordnete Dr. Wolf Klinz im Belgischen Fernsehen mit Philippe Maystadt, ehemaliger Präsident der Europäischen Investitionsbank, sowie den Europaabgeordneten Philippe Lamberts (Belgien, Grüne) und James Elles (Großbritannien, Europäische Konservative und Reformisten) über die derzeitige Eurokrise. Das Video der Debatte (auf französisch) finden Sie hier: http://www.rtbf.be/info/media/video_dix-ans-apres-ses-debuts-l-euro-est-il-foutu?id=1532583&mediaset=rtbfinfo--europe-itineraires-de-sortie-de-crise&type=video

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MedienbeiträgeDonnerstag 08. Dezember 2011

Klinz im Focus: Furcht vor deutscher Hegemonie ist irrational

In einem Artikel der Online-Versions des Nachrichtenmagazins Focus äußert sich der Europaabgeordnete Dr. Wolf Klinz über die irrationale Furcht, dass Deutschland die Rettung des Euros zu anderen Zwecken ausnutzen möchte. Den kompletten Artikel finden Sie anbei.  "Briten über deutsche Führungsrolle: Nur vorm Euro mehr Angst als vor Merkel" http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/briten-ueber-deutsche-fuehrungsrolle-nur-vorm-euro-mehr-angst-als-vor-merkel_aid_691778.html Mittwoch, 07.12.2011, 16:48 · von FOCUS-Korrespondent Hans-Jürgen Moritz // Wenn die Eurokrise gelöst werden soll, muss jemand die Zügel in die Hand nehmen. Doch die neue Rolle der deutschen Kanzlerin als Europas Nummer Eins beschwört alte Ängste bei den Partnern herauf. Markus Kerber nennt sich selbst „einen Mann starker Meinungen“. Mit dem Namen des Berliner Professors sind diverse Versuche verbunden, Aspekte der Euro-Rettung vor dem Bundesverfassungsgericht zum Scheitern zu bringen. Hätte man auf ihn gehört, so eröffnete er diese Woche einem Brüsseler Publikum, wäre die Euro-Krise schon Mitte vergangenen Jahres erledigt gewesen. Man hätte Griechenland damals sofort einen Staatsbankrott verschreiben sollen, ist sich der Ökonom sicher. Aber leider: Damals „gab es keine deutsche Führungskraft“. Von der ist heute, anderthalb Jahre danach und kurz vor einem neuerlichen Schicksalsgipfel in Brüssel, soviel vorhanden, dass es den meisten Euro-Partnern schlichtweg graust. Zusammenprall der Weltsichten Zu stark und zu störrisch scheinen ihnen die Deutschen. Deren Ablehnung von Euro-Bonds, ihr Festhalten an der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) stößt weitgehend auf Unverständnis. Zwei fundamental unterschiedliche Weltsichten prallen aufeinander. Die mehr angelsächsisch geprägte, die am Gelddrucken nichts Falsches findet. Und die deutsche, von den kollektiven Ur-Traumata Hyperinflation und Währungsumstellung geprägte. Bloomberg Businessweek fragte sich: „Angela Merkel hat die Macht, Europa vor einem Desaster zu retten. Warum benutzt sie sie nicht?“ Es sei nur leicht übertrieben zu sagen: „Das Schicksal der Welt ruht in den Händen einer Frau.“ Dass sie ihre Möglichkeiten nicht nutze, führe zu wachsendem Ärger, von Paris über Peking bis nach Washington. Irrationale Furcht Unsere Nachbarn nehmen den Deutschen wieder unter die Lupe, und was finden sie? Einen inflationsangstgeschüttelten Ordnungsfanatiker. „Die Stabilitätskultur steckt in den deutschen Genen“, diagnostiziert die belgische Tageszeitung „De Tijd“ und erklärt die Seele der Deutschen fachkundig: „Sie lieben Regeln und erwarten, dass jeder sich daran hält.“ Wie irrational die Furcht ist, Berlin funktioniere die Euro-Rettung zu einem neuen perfiden Konzept der teutonischen Hegmonie um, darauf wies der FDP-Europaabgeordnete Wolf Klinz unlängst auf einer Podiumsdiskussion in Brüssel hin. Zum Dominieren, so gab er zu bedenken, hätte Deutschland nur die gute alte Bundesbank in vollem Glanz und Gloria behalten müssen. Nach deren monetärer Pfeife tanzte der ganze Kontinent nämlich ohnehin schon vor der Euro-Einführung. Genau diese Bundesbank aber, so gab Klinz zu Recht zu bedenken, opferte Deutschland auf dem europäischen Altar. In der an ihre Stelle getretenen Europäischen Zentralbank vertreten die Deutschen nur noch eine Minderheitenmeinung. Merkel mit Pickelhaube Dennoch häufen sich bösartige Kommentare über die angebliche neue Macht Berlins. Die Briten waren die ersten, inzwischen haben sich Italiener und Franzosen eingereiht. Schon seit Wochen geistert der Tritt deutscher Armeestiefel durch britische Schlagzeilen und Karikaturen, ist Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Pickelhaube zu besichtigen. Offenbar haben die EU-Partner von der Insel nur vor einem mehr Angst als vor der sich angeblich abzeichnenden Vorherrschaft Merkels in Europa: vor dem Euro selbst. Als EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso vor Kurzem fallen ließ, dass die Mitgliedschaft zur EU eigentlich auch zur Einführung des Euro verpflichte, rauschte es in britischen Gazetten gewaltig. Martin Callanan, Chef der britischen Tories im Europa-Parlament, ließ sich im „Daily Express“ zitieren: „Einige Ratten mögen an Bord von Mr. Barrosos sinkendem Schiff glücklich sein, aber er muss uns nachsehen, dass wir es nicht eilig haben, uns ihnen anzuschließen.“ „Offene Germanophobie“ In Frankreich sind die Kommentatoren und auch manche Politiker es zunehmend Leid, ihren Präsidenten Nicolas Sarkozy im vermeintlichen Schatten der Kanzlerin zu sehen. Die „Süddeutsche Zeitung“ erkannte unter der Überschrift: „Angst vor Angela Bismarck“ im Nachbarland „offene Germanophobie“. Etwas schadenfroh bescheinigen die Experten des in London ansässigen Think Tanks „Centre for European Reform“ den Nachbarn auf der anderen Seite des Kanals: „Die Franzosen lernen Gefolgschaft.“ Zum ersten Mal in der Geschichte der EU sei Deutschland die unangefochtene Führungsnation, und Frankreich müsse sich mit Platz zwei begnügen. Allerdings urteilen die Briten über die deutschen Politikern vom Weltfinanzstandort London aus: Nur wenige von ihnen hätten wirklich Ahnung von den Finanzmärkten. Schrille Warnungen und unverhohlene Drohungen Besonders schrill ging es bereits im italienischen Blätterwald zu, wo „Il Giornale warnte: „Deutschland will Krieg“. Ex-Minister Renato Bruschetta klagte: „Die Wahrheit ist, dass die Deutschen zurzeit ihren Wohlstand den Schwächen der anderen verdanken.“ Ziemlich eingeschnappt geriet auch ein Namensbeitrag der portugiesischen Europa-Abgeordneten Ana Gomes im Brüsseler EU-Insider-Blatt „European Voice“. Die Sozialistin warnt die „lieben deutschen Freunde“ in einem offenen Brief davor, mit ihrer Haltung die „Gans, die goldene Eier legt und für Eure Wiedervereinigung zahlte“, zu verprellen. Die Abgeordnete hält die Europäische Union für dieses Wundertier. Und droht ziemlich unverhohlen: „Ohne den Binnenmarkt und den Euro wird Deutschland Einfluss verlieren, Märkte und eine freundliche Nachbarschaft.“ Daran sei das Land dann vornehmlich selbst schuld, wenn es nicht die Pflichten der stärksten und wohlhabendsten Kraft in der EU auf sich nehme. Hoffnung auf wachsendes Verständnis Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle, rät ob der Fülle der unfreundlichen Kommentare zu Langmut. Auch in Deutschland selbst habe es eine Weile gedauert, bis die Zustimmung zu Merkels Kurs gewachsen sei. „Das Gleiche wird in Europa geschehen.“ Ihre ehrlichen Bemühungen würden der Kanzlerin „auch europaweit zusätzliche Anerkennung verschaffen“. Das deutsche Modell des Wirtschaftens erfahre jetzt schon „weltweit nicht nur Beachtung, sondern Bewunderung“. In der Tat gibt es auch jetzt schon europäische Gesten des Entgegenkommens. So wusste der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sehr genau, warum er einen entscheidenden Satz seiner Rede vor dem Europäischen Parlament vorige Woche auf Deutsch sagte: „Die Unabhängigkeit der EZB ist und bleibt unverhandelbar.“ Und im amerikanischen Wall Street Journal hieß es Anfang Dezember bereits: „In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Wir fragen das, weil die Elitemeinung Deutschland wieder einmal beschuldigt, den Rest Europas zu ruinieren, wenn nicht gar die gesamte Weltwirtschaft.“ Tatsächlich aber gehörten die Deutschen zusammen mit den Niederländern und den Finnen zu der raren Sorte Europäer, die wisse, „dass zur Rettung des Euros mehr nötig ist als ein Blankoscheck“.

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